Ir al contenido
Steuer Regulatorisches Update

DAC8: Automatischer Informationsaustausch über Krypto-Assets — Was spanische Steuerzahler wissen müssen

Praxisleitfaden zu DAC8 (Richtlinie EU 2023/2226): Welche Daten Börsen ab 2026 an die spanischen Steuerbehörden melden, wie der globale CARF-Rahmen den Anwendungsbereich über die EU hinaus ausdehnt und wie nicht deklarierte Krypto-Assets vor der Frist regularisiert werden können.

4 Min. Lesezeit

Die Richtlinie (EU) 2023/2226 — allgemein bekannt als DAC8 — markiert die bedeutendste Verschiebung bei der steuerlichen Durchsetzung von Krypto-Assets seit Spaniens Einführung des Modelo 721. Ab dem **1. Januar 2026** müssen in der EU ansässige Krypto-Asset-Börsen und -Plattformen die Transaktionsdaten ihrer Kunden automatisch an die Steuerbehörden melden, die diese dann zwischen EU-Mitgliedstaaten austauschen. Für spanische Krypto-Investoren verändert dies die Risikokalkulation der Nichtoffenlegung grundlegend.

Von freiwilliger Offenlegung zum automatischen Meldewesen: Die strukturelle Veränderung

Bislang stützte sich Spaniens Krypto-Asset-Steuerregime primär auf die freiwillige Einhaltung: Steuerzahler mussten Gewinne in ihrer IRPF- oder Körperschaftsteuererklärung erklären und Modelo 721 einreichen, wenn sie mehr als 50.000 € an ausländischen Börsen hielten.

DAC8 ersetzt dieses Modell durch ein CRS-ähnliches automatisches Austauschsystem, identisch in der Konstruktion mit dem Common Reporting Standard, der seit 2017 unter DAC2 für Bankkonten gilt. Ab 2026 wird jeder CASP (Krypto-Asset-Dienstleister) in einem EU-Mitgliedstaat automatisch zum “verpflichteten Meldepflichtigen” — analog zu Banken im Rahmen des CRS.

Anwendungsbereich: Welche Assets und Plattformen sind abgedeckt

DAC8 deckt spezifizierte Krypto-Assets ab: digitale Wertdarstellungen, die unter Verwendung der Distributed-Ledger-Technologie übertragen und gespeichert werden können. In der Praxis umfasst dies:

  • Alle wichtigen Kryptowährungen (BTC, ETH, XRP, SOL und der gesamte Markt)
  • Utility-Token mit Marktwert
  • E-Geld-Token (Stablecoins wie USDC, USDT, EUROC unter MiCA)
  • Asset-referenced Token
  • Meldepflichtige NFTs (solche, die als Anlageinstrumente mit erheblichem Marktwert verwendet werden)

Welche Daten gemeldet werden

Für jeden Kunden mit Wohnsitz in einem EU-Mitgliedstaat meldet der CASP jährlich:

Identifizierungsinformationen: Vollständiger Name, eingetragene Adresse, Geburtsdatum, Steueridentifikationsnummer (NIF/TIN) und Wohnsitzland.

Transaktionsdaten: Für den Verkauf, Tausch oder die Übertragung jeder Art von spezifiziertem Krypto-Asset pro Quartal erhaltene Gesamtvergütung (in Euro) sowie Anzahl der in jede Richtung übertragenen Einheiten.

Saldensdaten: Marktwert in Euro und Anzahl der Einheiten pro Krypto-Asset-Typ am 31. Dezember.

CARF: Die globale Ausdehnung

Parallel zu DAC8 innerhalb der EU genehmigte die OECD den Krypto-Asset-Berichtsrahmen (CARF) als globalen Standard für den automatischen Informationsaustausch über Krypto-Assets zwischen Nicht-EU-Jurisdiktionen.

JurisdiktionCARF-Startjahr
Vereinigte Staaten2026
Vereinigtes Königreich2026
Kaimaninseln2026
Schweiz2026
VAE2027
Singapur2027

Was die AEAT abgleichen wird

Für Privatpersonen: IRPF-Erklärung (D-100): im Sparguthaben deklarierte Kapitalgewinne aus Krypto-Verfügungen; deklariertes Kapitaleinkommen aus Staking, Lending, Yield Farming; eingereichte Modelo-721-Salden versus von Börsen gemeldete Salden.

Für Unternehmen: Körperschaftsteuererklärung: auf der Bilanz geführte Krypto-Assets, ihr Buchwert versus gemeldeter Marktwert.

Das Freiwillige Regularisierungsfenster: Warum es 2026 schließt

Freiwillige Regularisierung vor AEAT-Verfahrenseröffnung:

  • Zuschlag für verspätete Einreichung von 1 % pro Monat bis 12 Monate, danach 15 %, plus Zinsen auf die geschuldete Steuer
  • Keine verhältnismäßige Strafe auf den Steuerfehlbetrag
  • Kein strafrechtliches Risiko

Nach AEAT-Eröffnung eines Prüfungsverfahrens (ausgelöst durch DAC8-Abgleich):

  • Verhältnismäßige Strafen von 50 %–150 % des Steuerfehlbetrags
  • Bei Beträgen über 120.000 € potenzielle strafrechtliche Haftung nach Art. 305 des spanischen Strafgesetzbuchs (bis zu 5 Jahren Freiheitsstrafe)
  • Gesamtkosten können das 3-4-fache der ursprünglich geschuldeten Steuer betragen

Praktische Schritte für Krypto-Investoren

  1. Alle früheren Jahre prüfen: Alle genutzten Börsen und Wallets identifizieren und eine vollständige Transaktionshistorie zusammenstellen
  2. Gewinne nach FIFO berechnen: Spanisches Recht verlangt die FIFO-Methode
  3. Modelo-721-Einreichungsanforderungen prüfen: Wenn Sie in einem Jahr seit 2023 am 31. Dezember mehr als 50.000 € an ausländischen Börsen hielten, war Modelo 721 obligatorisch
  4. Berichtigende Erklärungen umgehend einreichen: Freiwillige Regularisierung vor Januar 2026 zieht nur Zuschläge nach sich, keine Strafen
  5. Tracking für die Zukunft implementieren: Krypto-Steuer-Software nutzen, um automatisch konforme IRPF- und Modelo-721-Daten zu generieren

Das BMC-Team für digitale Anlagen-Besteuerung verfügt über umfangreiche Erfahrung in der Krypto-Asset-Compliance und freiwilligen Regularisierung. Erfahren Sie mehr über unsere Krypto-Steuerleistungen.

Möchten Sie mehr erfahren?

Lassen Sie uns besprechen, wie Sie diese Ideen auf Ihr Unternehmen anwenden können.

Anrufen Kontakt