Zusammenfassung
Das Jahr 2022 war das Jahr der rechtlichen Umsetzung: Die im Dezember 2021 genehmigte Arbeitsrechtsreform trat in Kraft und transformierte den spanischen Arbeitsmarkt; das Startup-Gesetz schloss seinen parlamentarischen Weg ab; und ESG-Pflichten rückten vom Bereich großer börsennotierter Unternehmen zu einem breiteren Spektrum vor. Bei BMC erlebte die Rechtsabteilung eines ihrer intensivsten Jahre, mit beispielloser Nachfrage nach Arbeitsrechtsberatung zum Vertragsanpassungsprozess und wachsender Tätigkeit in Compliance und Nachhaltigkeit.
Arbeitsmarktdaten bestätigten die Auswirkung der Reform: Dauerstellen machten 43,8% aller aktiven Verträge am Jahresende aus — die höchste Zahl seit Jahrzehnten, was den strukturellen Wandel widerspiegelt, der durch die neue Regulierung angetrieben wurde.
Wichtige Highlights
Anpassung an die Arbeitsrechtsreform war die dominante Rechtsaufgabe der ersten Jahreshälfte. Unternehmen mussten alle ihre befristeten Verträge inventarisieren und überprüfen, Fälle unterscheiden, in denen eine Umwandlung in Dauerstellen erforderlich war, jene, die unter den neuen befristeten Modalitäten aufrechterhalten werden konnten (Umstände der Produktion, Substitution) und Sektoren, die den fest-diskontinuierlichen Vertrag nutzen konnten. Die Arbeitsinspektion intensivierte ihre Prüfungsmaßnahmen, mit besonderem Augenmerk auf projektbasierte Verträge, die illegal geworden waren.
Das Startup-Gesetz (Gesetz 28/2022, im Dezember veröffentlicht) führte rechtliche Entwicklungen ein, die über den rein fiskalischen Bereich hinausgingen: ein aufgeschobenes Besteuerungsaktienoptionsschema für Startup-Mitarbeiter, Regeln für den Carried Interest von Risikokapitalfondsmanagern und Vereinfachung unternehmerischer Verfahren für aufkommende Unternehmen, einschließlich ultraschneller digitaler Gründung von GmbHs.
Im Datenschutz setzte die AEPD ihre Durchsetzungstätigkeit fort. Kumulative Bußgelder für das Jahr erreichten €6,1 Millionen, mit Verfahren, die Unternehmen praktisch aller Sektoren betrafen. Die Hochrisikogebiete waren Cookies ohne gültige Einwilligung — der Europäische Datenschutzausschuss veröffentlichte strengere Leitlinien zu Akzeptanzmechanismen —, Videoüberwachung am Arbeitsplatz und biometrische Datenverarbeitung.
Analyse nach Praxisbereichen
Unternehmensrecht und M&A: Die Transaktionsaktivität des Jahres — getrieben durch die M&A-Reaktivierung — erzeugte Nachfrage nach Legal-Due-Diligence-Diensten, mit besonderem Augenmerk auf Compliance-Aspekte — einschließlich der Analyse bestehender Hinweisgebersysteme in Zielunternehmen —, Arbeitsrisiken und Umwelthaftungen. ESG-Analyse bei Unternehmenstransaktionen wurde zur Standardpraxis.
Insolvenz-Restrukturierungen: Das Ende der Post-COVID-Insolvenzmoratorien materialisierte die erwartete Restrukturierungswelle. Die neuen Mechanismen des konsolidierten Insolvenzgesetzes — insbesondere vorinsolvenzliche Restrukturierungspläne — wurden von hochverschuldeten Unternehmen zur Neuverhandlung ihrer Schulden mit Finanzkreditgebern genutzt.
Immobilienrecht: Das Wohnraumgesetz erzeugte intensive Nachfrage nach Beratung zu seinen Auswirkungen auf Immobilienvermögensportfolios, Management bestehender Mietverträge und Strukturierung neuer Immobilieninvestitionen. Die Identifizierung von Spannungsgebieten nach Autonomer Gemeinschaft und die Bewertung des Großvermieter-Status in jedem Einzelfall waren häufige technische Aufgaben.
Regulatorische Änderungen
Die Hinweisgeberrichtlinie (Richtlinie 2019/1937) sah ihre Umsetzungsfrist im Dezember 2021 ablaufen, ohne dass Spanien sie in sein Rechtssystem eingegliedert hatte. Die Nichteinhaltung erzeugte Unsicherheit für verpflichtete Unternehmen (mehr als 50 Mitarbeiter), die entscheiden mussten, ob sie freiwillig einen Hinweisgeberkanal implementieren oder auf das spanische Gesetz warten sollten, das letztlich 2023 genehmigt wurde.
Ausblick
Das Jahr 2023 würde die vollständige Konsolidierung der Arbeitsrechtsreform, die Genehmigung des spanischen Hinweisgebergesetzes und die ersten Entwicklungen der Nachhaltigkeitsregulierung im CSRD-Rahmen bringen. Unternehmen mussten diese Änderungen antizipieren, um Nichteinhaltung zu vermeiden und die Chancen des neuen Rahmens zu nutzen.
Unser Arbeitsrecht- und Compliance-Team bot umfassende Unterstützung während des gesamten regulatorischen Anpassungsprozesses an und kombinierte rechtliche Strenge mit unternehmerischem Pragmatismus.