Was ist das Patent Box
Spaniens Patent Box Regime erlaubt Unternehmen, eine 60-%-Reduktion auf das Nettoeinkommen aus der Lizenzierung oder Übertragung qualifizierender immaterieller Vermögenswerte anzuwenden. Mit dem standardmäßigen Körperschaftsteuersatz von 25 % bedeutet dies, dass qualifizierendes IP-Einkommen effektiv mit nur 10 % besteuert wird – einer der wettbewerbsfähigsten Sätze in der OECD.
Qualifizierende Vermögenswerte
Das Regime gilt für Einkommen aus:
- Patenten und Gebrauchsmustern
- Ergänzenden Schutzzertifikaten
- Eingetragenen Designs und Modellen
- Fortgeschrittener registrierter Software (keine Standard-Verwaltungssoftware)
- Geheimen Plänen, Formeln oder Verfahren mit wirtschaftlichem Wert
Ausgeschlossen: Marken, Handelsnamen, Domainnamen, literarische oder künstlerische Werke und allgemeines Know-how ohne Verbindung zu patentierbarer Technologie.
Anforderungen und Berechnung
Der Steuerpflichtige muss den immateriellen Vermögenswert selbst geschaffen haben (mindestens 25 % der Entwicklungskosten beigetragen). Die Reduktion gilt für positive Nettoeinkommen (Bruttolizenzerlös abzüglich der dem Vermögenswert direkt zuzurechnenden Kosten). Der OECD-Nexus-Ansatz kann die Reduktion begrenzen, wenn ein wesentlicher Teil der Entwicklung an verbundene Parteien ausgelagert wurde.
Kompatibilität mit FuE-Abzügen
Das Patent Box ist vollständig kompatibel mit Spaniens FuE-Steuerabzügen gemäß Artikel 35 LIS (25–42 % für FuE-Tätigkeiten, 12 % für technologische Innovation). Dies schafft einen starken doppelten Vorteil: Abzüge auf der Kostenseite während der Entwicklung und ein reduzierter Steuersatz auf der Erlösseite während der Verwertung. Unternehmen können auch einen Informe Motivado Vinculante (verbindlichen begründeten Bericht) vom Wissenschaftsministerium einholen, um Rechtssicherheit bei der FuE-Qualifikation zu erlangen.