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Steuer Bericht

Jahresbericht Steuern 2022: Temporäre Sonderabgaben, Anti-Betrugsgesetz und Krypto-Pflichten

Spanische Steuerlandschaft 2022: neue temporäre Sonderabgaben für Energie und Banken, Anti-Betrugsgesetz in Kraft, Krypto-Asset-Modelo 721 und fiskalische Reaktion auf die Inflation.

3 Min. Lesezeit

Zusammenfassung

Das Jahr 2022 war eines der legislativ aktivsten im Steuerbereich seit über einem Jahrzehnt. Die Notwendigkeit, Krisenmaßnahmen zu finanzieren (Kraftstoffsubventionen, Sozialschilder, Energiehilfen) und die politische Debatte über die Verteilung der Steuerlast in Inflationszeiten veranlasste die Regierung, neue Steuertatbestände zu genehmigen und Compliance-Pflichten in aufkommenden Bereichen wie Kryptowährungen zu verschärfen.

Das Steueraufkommen erreichte mit €255 Milliarden einen historischen Rekord, getragen von der Inflation, die die nominalen Steuerbemessungsgrundlagen bei MwSt, Lohnsteuerabzügen und IRPF nach oben trieb, sowie starken Unternehmensgewinnen im ersten Halbjahr. Bei BMC verstärkte die wachsende Komplexität des Steuerumfelds die Nachfrage nach spezialisierten technischen Beratungsdienstleistungen.

Wichtige Highlights

Das Gesetz zur Prävention und Bekämpfung von Steuerbetrug (Gesetz 11/2021) trat im Laufe des Jahres vollständig in Kraft, mit bereits operativen relevanten Bestimmungen: Begrenzung von Barzahlungen auf €1.000 bei Geschäftstransaktionen, Anpassung des Sanktionsregimes, Verschärfung des Modelos 720 für Auslandsvermögen (nach EuGH-Urteilen) und Verbot von Dual-Use-Software zur Manipulation von Buchhaltungsdaten.

Die temporären Sonderabgaben auf die Energie- und Banksektoren, im Dezember 2022 durch Gesetz 38/2022 genehmigt, erzeugten intensive juristische und unternehmerische Debatten. Mehrere betroffene Unternehmen kündigten Beschwerden vor dem Verfassungsgericht an und stellten die Qualifizierung als öffentlich-rechtliche Nichtsteuerabgabe in Frage — eine Kategorie, die der Gesetzgeber wählte, um die verfahrensrechtlichen Einschränkungen eines ordentlichen Steuergesetzes zu umgehen.

Die Krypto-Asset-Informationspflichten materialisierten sich mit der Genehmigung des Modelos 721 für Ansässige mit Kryptowährungen im Ausland sowie Informationspflichten für in Spanien tätige Tauschplattformen (Modelos 172 und 173). Dieser Regulierungsrahmen machte Spanien zu einem der Länder mit den höchsten Berichtspflichten in Bezug auf digitale Vermögenswerte.

Analyse nach Steuerkategorie

MwSt und Inflation: Die Inflation erhöhte die Steuerbemessungsgrundlage der Konsumsteuer automatisch und steigerte die Einnahmen ohne Änderung der Sätze. Die Regierung genehmigte jedoch temporäre MwSt-Senkungen auf Strom und Gas, um die Auswirkungen der Energiekrise auf die Verbraucher abzumildern. Die Verwaltung dieser vorübergehend reduzierten Sätze und ihrer Anwendungsbedingungen erzeugte erhebliche administrative Komplexität.

Körperschaftsteuer: Unternehmen mit marktpreisgebundenen Energielieferverträgen erlitten einen erheblichen Kostenanstieg, der die Ergebnisse der zweiten Jahreshälfte belastete. Die Abzugsfähigkeit dieser höheren Energiekosten in der Körperschaftsteuer und die korrekte zeitliche Zuordnung von Absicherungsverträgen waren häufige Analysebereiche.

Internationale Besteuerung: Das OECD-Abkommen von 2021 begann sich in konkreter Gesetzgebung niederzuschlagen. Die EU verabschiedete die Pillar-Two-Richtlinie (Richtlinie 2022/2523), die bis zum 31. Dezember 2023 umgesetzt werden musste. Unternehmen mit Präsenz in mehreren Jurisdiktionen begannen mit Auswirkungsanalysen, insbesondere für Jurisdiktionen mit effektiven Sätzen unter 15%.

Regulatorische Änderungen

Das Gesetz Crea y Crece (Gesetz 18/2022) führte die künftige Pflicht zur elektronischen Rechnungsstellung zwischen Unternehmen ein und regelte Zahlungsfristen im Handelsverkehr. Steuerplanung musste die Bewertung der Auswirkungen der neuen Abgaben und des Fahrplans zur obligatorischen elektronischen Rechnungsstellung einbeziehen.

Ausblick

Der Steuerhorizont für 2023 präsentierte Herausforderungen: mögliche Verlängerung der temporären Sonderabgaben, vollständige Wirkung des Anti-Betrugsgesetzes in seinen noch ausstehenden Regulierungsentwicklungen sowie Vorbereitung auf neue Informationspflichten für Krypto-Assets. Unternehmen mussten ihre Steuer-Compliance-Strukturen in einem Umfeld wachsender regulatorischer Anforderungen stärken.

Unser Steuer-Compliance-Team begleitete Kunden bei der Bewältigung dieser Entwicklungen und priorisierte dabei die Vorbeugung von Risiken sowie die Optimierung im Rahmen des geltenden Rechts.

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