Zusammenfassung
Das Geschäftsjahr 2021 stand für die Normalisierung der Steuer-Compliance nach dem außerordentlichen Pandemiejahr. Das gesamte Steueraufkommen erreichte **€223,2 Milliarden**, was einem Anstieg von 14,9% gegenüber 2020 entspricht — ein Wachstum, das die Vorpandemie-Rekorde übertraf und sowohl die wirtschaftliche Erholung als auch das Ende der im Jahr 2020 gewährten außerordentlichen Zahlungsaufschübe widerspiegelt. Die Körperschaftsteuer verzeichnete eine besonders intensive Erholung mit einem Anstieg der Einnahmen um 32%.
Bei BMC war das Jahr von intensiver Compliance-Arbeit geprägt: Management der Körperschaftsteuerkampagne mit komplexen Steuerbemessungsgrundlagen aus 2020, Beratung zu neuen Abzugsbeschränkungen und Orientierung im aufkommenden Universum digitaler Vermögenswerte.
Wichtige Highlights
Die Körperschaftsteuerreform führte bedeutende Änderungen ein, die vor allem mittlere und große Unternehmen betrafen. Die Begrenzung der Dividenden- und ausländischen Kapitalgewinnfreistellung auf 95% — Abschaffung der bisherigen vollständigen Freistellung — wirkte sich direkt auf internationale Holdingstrukturen aus. Die Anwendung eines Mindeststeuersatzes von 15% antizipierte auf nationaler Ebene die Diskussionen, die auf OECD-Ebene im Pillar-Two-Rahmen von BEPS 2.0 geführt wurden.
Kryptowährungen drangen mit Nachdruck in die Steueragenda ein. Während der spezifische Regulierungsrahmen noch im Aufbau war, intensivierte die AEAT ihre Informationsanforderungen an Börsen und Handelsplattformen und begann, Daten mit Steuerpflichtigenerklärungen abzugleichen. Unternehmen mit Exposition gegenüber digitalen Vermögenswerten mussten ihre Buchführungsrichtlinien und Steuererklärungen überprüfen.
Die internationale Besteuerung erlebte ein Jahr intensiver regulatorischer Aktivität. Die Fortschritte im BEPS-2.0-Projekt der OECD — mit dem historischen Oktober-2021-Abkommen zwischen 136 Ländern zur Einführung eines globalen Mindeststeuersatzes von 15% — markierten den Beginn einer neuen Ära in der internationalen Unternehmensbesteuerung. Multinationale Unternehmen begannen, die Auswirkungen dieser Reform auf ihre Strukturen zu bewerten.
Analyse nach Steuerkategorie
Körperschaftsteuer: Die Einreichung der Steuererklärung für 2020 — im Juli 2021 abgegeben — konzentrierte einen Großteil der Steuerarbeit des ersten Halbjahres. Die Komplexität der Steuerbemessungsgrundlagen mit COVID-Auswirkungen, Verlustvorträgen und neuen Beschränkungen erforderte ein technisches Niveau über dem üblichen Standard.
IRPF: Die Einkommensteuerkampagne für 2020 — von April bis Juni 2021 durchgeführt — war die komplexeste seit Jahren, bedingt durch die Auswirkungen der ERTEs auf die steuerliche Situation von Millionen von Arbeitnehmern. Viele Steuerpflichtige hatten erstmals Steuernachzahlungen, was eine außerordentliche Nachfrage nach individueller Steuerberatung erzeugte.
MwSt und internationale Transaktionen: Die Genehmigung des MwSt-E-Commerce-Pakets (OSS/IOSS) ab dem 1. Juli 2021 transformierte die Pflichten von Unternehmen, die Waren an Verbraucher in anderen EU-Mitgliedstaaten verkaufen, durch Abschaffung nationaler Schwellenwerte und Vereinfachung der Registrierung über ein einziges Fenster.
Regulatorische Änderungen und Trends
Das Entwurf des Steuerbetrugspräventionsgesetzes schritt während des Jahres voran mit Maßnahmen wie dem Verbot von Dual-Use-Software, der Anpassung des Sanktionsregimes und der Verschärfung der Bedingungen für die Liste der Steuerschuldner. Proaktive Steuerplanung gewann besondere Relevanz für das Management der Auswirkungen dieser Maßnahmen.
Ausblick
Der Steuerhorizont für 2022 präsentierte erhebliche Herausforderungen: Umsetzung der DAC6-Richtlinie zu aggressiven Steuergestaltungen, Fortschritte in Richtung Pillar-Two-Umsetzung und die Erwartung neuer Steuern auf große Vermögen und den Energiesektor. Unternehmen mussten ihre Steuer-Compliance-Strukturen in Anticipation eines zunehmend anspruchsvollen regulatorischen Umfelds stärken.
Unser internationales Steuerberatungsteam begleitete Kunden bei der Bewertung der Auswirkungen der neuen globalen Besteuerungsarchitektur.