Zusammenfassung
Das Steuerjahr 2020 wurde vollständig von der steuerlichen Verwaltung der Pandemiekrise dominiert. Das **gesamte Steueraufkommen** sank um **2,4%** auf **€193,2 Milliarden** — eine moderate Kontraktion angesichts des Ausmaßes des BIP-Einbruchs —, begünstigt durch die Aufrechterhaltung der Besteuerung von Arbeitseinkommen über den ERTE-Mechanismus. Das **öffentliche Defizit** weitete sich auf **-11% des BIP** aus, ein seit der Finanzkrise von 2009–2012 nicht mehr gesehenes Niveau.
Bei BMC lebte die Steuerabteilung ein Jahr des Krisenmanagements: Steueraufschübe, Zahlungsmoratorien, Anpassung von Meldepflichten und Beratung zu den steuerlichen Implikationen der COVID-Hilfsmaßnahmen und Subventionen.
Wichtige Highlights
Steuerliche Zahlungsaufschübe waren die am weitesten verbreitete Steuermaßnahme für Unternehmen und Selbstständige. Die AEAT gewährte über 1,2 Millionen Aufschübe unter den speziellen COVID-Bedingungen, mit reduzierten oder null Zinssätzen für kleinere Schulden. Die Verwaltung des Aufschubkalenders, die Verfolgung von Ratenfalligkeiten und die Planung der Cashflows rund um die Rückzahlung von Aufschüben war eine der zentralen steuerlichen Beratungsaufgaben des Jahres.
Die ICO-Garantielinien mit über €120 Milliarden mobilisiertem Kredit machten das ICO zum relevantesten wirtschaftspolitischen Instrument der Krise. Die steuerliche Behandlung von Garantiegebühren, die Abzugsfähigkeit von Zinsen und die Implikationen für die Berechnung der Körperschaftsteuer-Bemessungsgrundlage erforderten in jedem Fall eine sorgfältige Analyse.
Die Aussetzung von Verwaltungsfristen während des ersten Ausnahmezustands erzeugte Unsicherheit über Verjährungsfristen, Einsprüche und Zeitpläne von Steuerprüfungen. Die AEAT klärte schrittweise die Fristenberechnung, doch Rechtsstreitigkeiten zu diesen Fragen erstreckten sich bis in die folgenden Jahre.
Analyse nach Steuerkategorie
MwSt: Die MwSt-Einnahmen sanken erheblich als direkte Folge des Einbruchs beim Konsum und der Wirtschaftstätigkeit. Die temporäre MwSt-Befreiung für Mund-Nasen-Schutz und persönliche Schutzausrüstungen war eine der prominentesten Maßnahmen.
Körperschaftsteuer: Die 2020 entstandenen Verluste schufen für viele Unternehmen erhebliche negative Steuerbemessungsgrundlagen. Die Planung des Vortrags dieser Verluste auf künftige Gewinne — vorbehaltlich der 70%-Beschränkung der positiven Steuerbemessungsgrundlage — wurde zu einem zentralen Element der mittelfristigen Steuerplanung.
IRPF: Die Vielzahl von Zahlern (Arbeitgeber plus SEPE für ERTE-Leistungen) schuf Erklärungspflichten für Arbeitnehmer, die historisch unter der Schwelle lagen. Die IRPF-Kampagne 2020 war die im Hinblick auf die Bewältigung von Zwischenfällen komplexeste seit vielen Jahren.
Vermögensteuer: Die Debatte über die Ausweitung der Vermögensteuer und die Schaffung einer neuen Abgabe auf große Vermögen begann auf der politischen Agenda Gestalt anzunehmen. Der 100%-Bonus in bestimmten Autonomen Gemeinschaften (einschließlich Madrid) entfachte eine Debatte über die interregionale Steuerharmonisierung.
Regulatorische Änderungen
Das Königliche Dekret 1/2021 vom 12. Januar (technisch 2021, aber für 2020 geltend) führte Körperschaftsteueränderungen ein. Die COVID-Gesetzgebung entwickelte sich während des Jahres fragmentiert mit über dreißig Königlichen Gesetzesdekreten, die verschiedene Steueraspekte änderten.
Steuerplanungsdienstleistungen erforderten 2020 eine kontinuierliche Aktualisierung angesichts des ununterbrochenen regulatorischen Änderungsstroms — eine beispiellose Herausforderung für Steuerberatungsteams.
Ausblick
Der fiskalische Horizont für 2021 umfasste die Normalisierung der Meldepflichten, die Fälligkeit der COVID-Aufschübe und die Debatte über eine erhöhte Besteuerung hoher Einkommen und großer Vermögen.
Unser Steuer-Compliance- und Planungsteam begleitete Kunden durch eines der fiskalisch komplexesten Jahre der jüngeren Geschichte und gewährleistete Compliance in einem Umfeld kontinuierlicher regulatorischer Veränderungen.