Zusammenfassung
Das Jahr 2025 war eines der strategischen Neukonfiguration des spanischen Investorenumfelds. Die **Abschaffung des Golden Visa** im April schloss ein Kapitel der Anziehungspolitik für ausländische Immobilieninvestitionen und öffnete die Debatte über alternative Modelle zur Gewinnung von Kapital und Talenten. Das Inkrafttreten der ersten **KI-Gesetz**-Pflichten transformierte die digitalen Transformationsagenden mit einer bisher abwesenden regulatorischen Komponente. Und die **ZEC** (Sonderwirtschaftszone der Kanarischen Inseln) gewann beispiellose strategische Relevanz, mit der zum Jahresende 2026 schließenden Anmeldefrist und einem Körperschaftsteuersatz von 4%, den kein anderes europäisches Regime erreichen kann.
Der spanische Markt zeigte erneut seine Resilienz: Das BIP wuchs geschätzte 2,8%, ausländische Direktinvestitionen erreichten mit €38,5 Milliarden ein neues historisches Maximum und der M&A-Markt gewann Dynamik mit 461 abgeschlossenen Transaktionen.
Wichtige Highlights
Die Abschaffung des Golden Visa (wirksam ab 3. April 2025) transformierte den Hochpreissegment-Immobilienmarkt in Gebieten mit größter Konzentration internationaler Investoren: Madrid, Barcelona, Málaga, Marbella sowie die Balearen und Kanarischen Inseln. Der Effekt war zweifach: Kurzfristig erzeugten die Wochen vor der Abschaffung einen Last-Minute-Antragsspitzenwert; mittelfristig orientiert sich die Nachfrage auf nicht-Immobilienvermögenswerte und Einwohner mit anderen Bindungen an Spanien. Alternative Strategien — digitales Nomaden-Visum, Beckham-Gesetz, ZEC — gewannen als komplementäre Instrumente an Bedeutung.
Die ZEC entpuppte sich als die wichtigste steuerliche Chance des Jahres für internationale Gruppen, die ein wettbewerbsfähiges Regime im europäischen Rahmen suchen. Mit einem Körperschaftsteuersatz von 4% — gegenüber dem allgemeinen Satz von 25% und dem Pillar-Two-Minimum von 15% — und einer am 31. Dezember 2026 schließenden Anmeldefrist entwickelte BMC einen spezifischen ZEC-Förderfähigkeitsbewertungs- und Strukturierungsservice, der außerordentliche Nachfrage erzeugte. Die ZEC ist mit Pillar Two kompatibel, sofern der effektive Steuersatz der Kanarischen-Inseln-Einheit unter Berücksichtigung aller gezahlten Steuern 15% erreicht; Tätigkeiten mit intensiver Wertschöpfung (F&E, Technologiedienstleistungen, Industrie) mit signifikanten Arbeitskosten auf den Kanarischen Inseln erleichtern die Erreichung dieser Schwelle.
Die KI-Gesetz-Pflichten begannen in den ersten Rechts- und Strategieagenden zu materialisieren. Das Verbot von KI-Praktiken mit inakzeptablem Risiko — unterschwellige Manipulation, soziales Scoring, unbefugte biometrische Identifizierung in öffentlichen Räumen — war ab Februar 2025 wirksam. Unternehmen mussten ihre genutzten KI-Systeme auf mögliche Unvereinbarkeiten mit den verbotenen Kategorien überprüfen.
Sektoranalyse
Infrastruktur und Energie: Investitionen in erneuerbare Energieinfrastruktur blieben der aktivste M&A-Sektor, mit Spanien als konsolidiertem europäischem Referenzmarkt für Solar-, Wind- und Speicheranlagen. Der Eintritt des Grünwasserstoffmarktes erzeugte die ersten bedeutenden Transaktionen in diesem aufkommenden Teilsektor.
Technologie und KI: Generative KI und branchenspezifische KI-Anwendungen waren das Epizentrum der Technologieinvestitionsaktivität. Softwareunternehmen, die KI-Fähigkeiten nativ integrierten, verzeichneten die höchsten Bewertungsmultiplikatoren auf dem Markt. Technologie-M&A orientierte sich auf den Erwerb von KI-Fähigkeiten statt auf traditionelle Marktanteile.
Tourismus und Gastronomie: Der Tourismussektor vollendete seine vollständige Erholung und begann, den Herausforderungen des Erfolgs zu begegnen: touristische Überlastung an Ikonen-Zielen, restriktivere Ferienvermietungsregulierung und die Notwendigkeit der Diversifizierung hin zu Segmenten mit höherem Mehrwert.
Regulatorische Änderungen
Die 37,5-Stunden-Arbeitswoche, definitiv im Jahr 2025 genehmigt, begann schrittweise umgesetzt zu werden. Die Anpassung von Tarifverträgen, das Management neuer Überstundenschwellen und die Technologie der Zeitkontrolle waren Bereiche intensiver Aktivität in HR- und Betriebsabteilungen.
Strategische Planung, integriert mit der ZEC-Evaluierung, konsolidierte sich als einer der wertschöpfungsintensivsten Dienstleistungen für internationale Gruppen mit Präsenz oder Interesse an Spanien.
Ausblick
Der Horizont für 2026 umfasste die Vorbereitung auf die Ausweitung der CSRD-Pflichten auf mittelgroße Unternehmen, die Weiterentwicklung der KI-Gesetz-Pflichten für Hochrisikosysteme (August 2026) und das definitive Schließen der ZEC-Anmeldefrist im Dezember. Unternehmen mit strategischen Transformationsagenden mussten das von diesem regulatorischen Kontext gebotene Zeitfenster nutzen, bevor der Zugang zu den vorteilhaftesten Regimes geschlossen wird.
Unser Strategie- und Unternehmensberatungsteam blieb weiterhin der Referenzpartner für Kunden bei der Identifizierung und Materialisierung der Chancen, die das dynamische spanische und europäische Geschäftsumfeld bietet.