Zum Inhalt springen
Strategie Artikel

Börsengang auf BME Growth: Marktzugangsleitfaden

Thema: Börsengang Spanien BME Growth Zugang 2026

Börsengang auf BME Growth (ehemals MAB): Mindest-Streubesitz 10%, Anforderung eines Registrierten Beraters, Notierungskosten 200.000–500.000 € und 6-9-Monats-Prozess für spanische KMUs, die Kapitalmarktzugang suchen.

7 Min. Lesezeit

BME Growth — 2021 unter seinem aktuellen Namen neu aufgelegt, nachdem er zuvor als Alternativer Aktienmarkt (MAB) betrieben wurde — ist Spaniens dedizierter Aktienmarkt für expandierende Unternehmen mit kleinerer Marktkapitalisierung. Seit seiner Gründung im Jahr 2006 hat er sich zu einer echten Alternative zu Private Equity und Wagniskapital für spanische KMUs und Familienunternehmen mit etablierten Geschäftsmodellen entwickelt, die Wachstumskapital, Liquidität für bestehende Gesellschafter oder erhöhte Marktpräsenz suchen.

Wie Sich BME Growth vom Spanischen Hauptaktienmarkt Unterscheidet

BME Growth ist eine multilaterale Handelseinrichtung (MTF), reguliert von BME (Bolsas y Mercados Españoles) und beaufsichtigt von der CNMV. Im Vergleich zum spanischen Hauptkontinuierlichen Markt (Mercado Continuo):

  • Keine Mindestkapitalisierungs- oder Rentabilitätsschwelle: Ein Unternehmen muss keine Rentabilität erreicht haben, um auf BME Growth notiert zu sein.

  • Vereinfachtes Aufnahmedokument: Das Documento Informativo de Incorporación al Mercado (DIIM) ersetzt den vollständigen Prospekt, der auf dem Hauptmarkt für Angebote über 8 Millionen Euro erforderlich ist. Sofern das Angebot unter der EU-Prospektverordnungsschwelle liegt, erfordert das DIIM keine CNMV-Vorabgenehmigung.

  • Modell des Registrierten Beraters: Anstelle eines Sponsors verwendet BME Growth einen Registrierten Berater (AR) — eine von BME akkreditierte Firma oder Finanzinstitution —, der das Unternehmen während des gesamten Notierungsprozesses begleitet.

Zulassungsanforderungen im Detail

Finanzgeschichte: Zwei vollständige Jahresabschlüsse, geprüft nach IFRS oder dem spanischen Allgemeinen Buchhaltungsplan (PGC). Der Prüfer sollte idealerweise Vorerfahrung mit Marktnotierungsprozessen haben.

Streubesitz: Mindestens 10% des Stammkapitals müssen in öffentlichen Händen sein. In der Praxis erreichen aktuelle Notierungen typischerweise einen 20–25% Streubesitz.

Marktaufnahmedokument (DIIM): Das zentrale Offenlegungsdokument für die Notierung. Es muss eine Unternehmensbeschreibung, Risikofaktoren, historische und projizierte Finanzinformationen, Eigentümerstruktur, beabsichtigte Verwendung der Erlöse und Informationen über das Leitungsorgan enthalten.

Unternehmensführung: Die Satzung des Unternehmens muss an die Marktanforderungen angepasst werden, einschließlich Bestimmungen zu Dividendenpolitik, Vorstandszusammensetzung und interner Verhaltensregulierung.

Laufende Offenlegungspflichten: Nach der Notierung muss das Unternehmen halbjährliche und jährliche Finanzinformationen veröffentlichen, wesentliche Tatsachen unverzüglich offenlegen und Transaktionen von Personen mit Führungsverantwortung melden.

Arten von Notierungsoperationen

BME Growth bietet drei Hauptansätze zur Marktaufnahme:

Aktienzeichnungsangebot (OPS): Das Unternehmen gibt bei der Notierung neue Aktien aus, die bei Investoren platziert werden. Jüngste OPS-Transaktionen auf BME Growth haben typischerweise zwischen 5 und 30 Millionen Euro aufgenommen.

Aktienverkaufsangebot (OPV): Bestehende Gesellschafter verkaufen einen Teil ihrer Beteiligung an den Markt. Dies ermöglicht Gründungsgesellschaftern oder Wagniskapitalinvestoren eine partielle Liquidität.

Direktnotierung ohne Angebot: Das Unternehmen beginnt mit dem Handel, ohne Mittel aufzunehmen oder bestehende Aktien zu verkaufen — die kostengünstigste kurzfristige Option.

Realistische Kosten und Zeitpläne

Realistische Aufschlüsselung für eine mittelgroße Operation:

  • Registrierter Berater (Aufnahme): 80.000–200.000 €
  • Jährliche Wartungsgebühr des Registrierten Beraters: 30.000–60.000 € pro Jahr
  • Prüfung historischer Abschlüsse und Projektionen: 20.000–50.000 €
  • Rechtsberatung (DIIM, Due Diligence, Unternehmensanpassung): 50.000–150.000 €
  • BME-Aufnahmegebühr und jährliche Notierungsgebühr: 5.000–20.000 € je nach Kapitalisierung
  • Roadshow- und Kommunikationskosten: 30.000–80.000 €

Der gesamte Prozess vom Beginn der Vorbereitungsarbeiten bis zum Notierungsdatum dauert typischerweise sechs bis neun Monate für Unternehmen mit bereits geordneten Abschlüssen.

Steuerliche Anreize für Investoren in BME-Growth-Unternehmen

Einer der wichtigsten investorenspezifischen Anreize auf BME Growth ist die Verfügbarkeit von IRPF-Abzügen für Investitionen in expandierende Unternehmen. Nach dem durch Gesetz 28/2022 aktualisierten Rahmen können Einzelpersonen, die in Aktien qualifizierender Unternehmen in ihrem ersten Notierungsjahr auf BME Growth investieren, von einem IRPF-Abzug von bis zu 50% des Investitionsbetrags profitieren, mit einer jährlichen Obergrenze von 100.000 Euro.

Vor-IPO-Bewertung: Wie Man Den Angebotspreis Festlegt

Die Bewertung ist typischerweise das herausforderndste Element jedes Börsengangprozesses. Auf BME Growth, wo die Sekundärliquidität niedriger ist als auf dem Hauptmarkt, wenden institutionelle Investoren größere Illiquiditätsabschläge an.

Die Standardmethodik verwendet drei Eingaben: ein DCF-Modell als fundamentalen Anker, Benchmarking gegenüber Handelsmultiplikatoren vergleichbarer börsennotierter Unternehmen in Europa (EV/EBITDA, EV/Umsatz, KGV) und Vortransaktionsmultiplikatoren im Sektor. Der Angebotspreis wird typischerweise mit einem 10–20% Abschlag auf die theoretische Maximalbewertung festgelegt, um die Platzierung zu erleichtern.

Bei BMC bieten wir erstklassige strategische Beratung. Unsere Börsengang- und Kapitalmarkt-Beratungsdienstleistungen ansehen.

Der BME Growth als Sprungbrett für den Kapitalmarkt

BME Growth (früher MAB — Mercado Alternativo Bursátil) ist der spanische multilaterale Handelsplatz für kleine und mittlere Unternehmen. Er bietet einen geregelten Zugang zum Kapitalmarkt mit deutlich niedrigeren Anforderungen als der geregelter Hauptmarkt (Bolsa).

Vorteile eines Listings am BME Growth

Kapitalaufnahme: Das IPO ermöglicht die Ausgabe neuer Aktien zur Finanzierung von Wachstum, ohne Bankverbindlichkeiten einzugehen. Typische Volumina bei BME Growth: 5–50 Mio. €.

Liquiditätsereignis für Altgesellschafter: Bestehende Aktionäre (Gründer, Family-Office, frühe Investoren) können einen Teil ihrer Anteile im Rahmen des IPOs verkaufen.

Unternehmensimage und Sichtbarkeit: Die Börsennotierung signalisiert Transparenz und Professionalität, stärkt die Marke gegenüber Kunden, Lieferanten und Mitarbeitern.

Mitarbeiterbeteiligung: Aktienoptionsprogramme (Stock Options, Phantom Shares) sind nach der Börsennotierung leichter implementierbar und attraktiver, da die Aktien einen Marktpreis haben.

Günstigere Fremdfinanzierung: Börsennotierte Unternehmen erhalten oft bessere Konditionen bei Bankkrediten, da die erhöhte Transparenz das Kreditrisiko aus Bankperspektive reduziert.

Zulassungsvoraussetzungen

Für eine Notierung am BME Growth müssen Unternehmen folgende Mindestanforderungen erfüllen:

  • Rechtsform: Sociedad Anónima (S.A.) oder gleichwertige EU-Gesellschaftsform
  • Free Float: Mindestens 2 Mio. € oder 25% der Aktien müssen im Streubesitz liegen
  • Rechnungslegung: Jahresabschlüsse nach NIIF (IFRS) oder spanischen PGC-Normen, von einem bei PCAOB oder ICJCE registrierten Prüfer testiert
  • Registrierter Berater (Asesor Registrado): Pflichtmäßige Beauftragung eines von BME zugelassenen Beraters für die Dauer der Notierung
  • Liquiditätsprovider: Empfohlen, um Handelsvolumen und Preisqualität sicherzustellen

Kosten und Zeitplan eines BME Growth IPOs

Zeitplan: 6–12 Monate von der Entscheidung bis zum ersten Handelstag.

Typische Kosten:

  • Asesor Registrado: 40.000–80.000 € (einmalig) + jährliche Betreuungsgebühr
  • Anwaltskanzlei: 50.000–150.000 €
  • Wirtschaftsprüfer (IFRS-Umstellung + Prüfung): 30.000–80.000 €
  • BME-Zulassungsgebühren: 5.000–15.000 €
  • Marketing und Investor Relations: 20.000–60.000 €
  • Gesamtkosten IPO: typischerweise 200.000–600.000 € für mittelgroße Unternehmen

Post-IPO Pflichten

Nach der Notierung bestehen laufende Transparenz- und Meldepflichten:

  • Halbjährliche Finanzberichte (nach NIIF oder PGC)
  • Meldung wesentlicher Ereignisse (Hecho relevante) an BME
  • Insider-Trading-Compliance: Management und Führungskräfte unterliegen strengen Handelsrestriktionen
  • Jahresbericht mit Corporate Governance-Erklärung
  • Jährliche Hauptversammlung der Aktionäre

BMC begleitet Unternehmen durch den gesamten BME Growth IPO-Prozess — von der Vorbereitung bis zu den laufenden Post-IPO-Pflichten. Mehr erfahren.

Alternativen zum BME Growth IPO

Nicht jedes Unternehmen muss den vollständigen IPO-Weg gehen. Alternative Kapitalmarktinstrumente:

Private Placement: Ausgabe neuer Aktien an qualifizierte Investoren (Institutionelle, Family Offices, Business Angels) ohne öffentliches Angebot. Schneller und günstiger als ein IPO, aber limitiertere Liquidität.

Schuldverschreibungen am MARF (Mercado Alternativo de Renta Fija): Der spanische Anleihenmarkt für KMU bietet Fremdkapital zu Marktbedingungen ohne Kapitalverwässerung. Mindestgröße: 5 Mio. €.

EIC Accelerator: Für innovative Technologieunternehmen bietet der Europäische Innovationsrat sowohl Zuschüsse als auch Eigenkapitalbeteiligungen bis 15 Mio. €.

Crowdfunding-Plattformen: Für kleinere Kapitalbedürfnisse (bis 5 Mio. € nach EU-Crowdfunding-Verordnung) bieten zugelassene Plattformen eine Alternativroute.

Die Wahl des richtigen Finanzierungsinstruments hängt von der Wachstumsphase, den Ambitionen und dem Zeithorizont des Unternehmens ab. BMC berät bei der strategischen Kapitalstrukturierung für spanische KMU und Wachstumsunternehmen.

Vorbereitung des Unternehmens für ein IPO

Die Qualität der IPO-Vorbereitung bestimmt maßgeblich den Erfolg. Unternehmen sollten idealerweise 12–18 Monate vor dem geplanten Börsengang mit der Vorbereitung beginnen:

Corporate Governance: Einrichtung eines professionellen Aufsichtsrats mit unabhängigen Mitgliedern, Audit-Ausschuss und Vergütungsausschuss. Die CNMV (Comisión Nacional del Mercado de Valores) hat spezifische Empfehlungen für börsennotierte Unternehmen.

Rechnungslegungsstandards: Umstellung auf IFRS oder zumindest auf eine IFRS-kompatible Rechnungslegung, um die Anforderungen der CNMV und der internationalen Investoren zu erfüllen.

Steuerliche Bereinigung: Identifizierung und Bereinigung steuerlicher Risiken vor dem IPO. Offene Betriebsprüfungen, strittige Steuerpositionen und nicht konforme Verrechnungspreise sollten vor dem Börsengang gelöst werden.

Equity Story: Entwicklung einer überzeugenden Investment-Thesis, die das Wachstumspotenzial, den Wettbewerbsvorteil und die Managementqualität des Unternehmens kommuniziert. BMC begleitet Unternehmen durch den gesamten IPO-Vorbereitungsprozess.

Möchten Sie mehr erfahren?

Lassen Sie uns besprechen, wie Sie diese Ideen auf Ihr Unternehmen anwenden können.

E-Mail
Kontakt