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Wirtschaftsglossar

Insolvenzverwalter (Administrador Concursal)

Der Insolvenzverwalter (administrador concursal) ist der gerichtlich bestellte Fachmann, der ein spanisches Insolvenzverfahren beaufsichtigt und in der Liquidationsphase verwaltet. Geregelt durch das Konsolidierte Insolvenzgesetz (TRLC), kann der Verwalter Rechtsanwalt, Ökonom, Wirtschaftsprüfer oder eine spezialisierte juristische Person sein. Zu den Kernaufgaben gehören die Erstellung des Insolvenzberichts (Ermittlung von Vermögens- und Gläubigerlisten), die Überwachung von Verfügungshandlungen des Schuldners sowie die Verwaltung der Insolvenzmasse in der Liquidation.

Der Insolvenzverwalter im spanischen Recht

Der Insolvenzverwalter (administrador concursal) — historisch als síndico bezeichnet — ist das gerichtliche Hilfsorgan, das sicherstellt, dass ein spanisches Insolvenzverfahren transparent durchgeführt wird, Gläubigerrechte gewahrt werden und der Schuldner keine die Insolvenzmasse schädigenden Handlungen vornimmt.

Die maßgebliche Rechtsgrundlage ist das Texto Refundido de la Ley Concursal (TRLC), genehmigt durch Königliches Gesetzesdekret 1/2020, wesentlich reformiert durch Gesetz 16/2022.

Qualifikationsanforderungen

Um als Insolvenzverwalter bestellt zu werden, muss ein Fachmann Rechtsanwalt, Ökonom oder Wirtschaftsprüfer mit mindestens fünf Jahren Berufserfahrung sein und die spezifischen Eignungsprüfungen bestanden haben. Auch juristische Personen (Berufsgesellschaften) können bestellt werden, wenn unter ihren Gesellschaftern qualifizierte Einzelpersonen sind. Verwalter müssen in der von zugelassenen Berufsverbänden erstellten und den Handelsgerichtsregistern übermittelten Liste eingetragen sein.

Aufgaben in der Gemeinsamen Phase

Die Gemeinsame Phase ist das Anfangsstadium des Insolvenzverfahrens:

Überwachung oder Ersetzung des Schuldners — Bei freiwilliger Insolvenz behält der Schuldner seine Verwaltungs- und Verfügungsbefugnisse, die der Verwalter beaufsichtigt (Intervention). Bei notwendiger Insolvenz oder auf Anordnung des Richters ersetzt der Verwalter den Schuldner vollständig in der Verwaltung (Substitution).

Der Insolvenzbericht — Das Hauptergebnis des Verwalters. Er enthält: die Aktivmasse (Inventar der Vermögenswerte und Rechte des Schuldners mit geschätzten Werten); die Passivmasse (Gläubigerliste mit rechtlicher Klassifizierung jeder Forderung — bevorrechtigte Massegläubiger, allgemein bevorrechtigte, gewöhnliche oder nachrangige Forderungen); sowie eine Beurteilung der Buchführungsunterlagen des Schuldners.

Anfechtungsklagen — Der Verwalter kann Transaktionen anfechten, die der Schuldner in den zwei Jahren vor der Insolvenzeröffnung vorgenommen hat und die für die Gläubiger nachteilig waren (sogenannte actos perjudiciales para la masa). Im Erfolgsfall werden die Vermögenswerte der Insolvenzmasse wieder zugeführt.

Aufgaben in der Liquidationsphase

Geht das Verfahren in die Liquidation über (bei Ausbleiben eines Gläubigervergleichs oder Nichterfüllung eines genehmigten Vergleichs), übernimmt der Verwalter die vollständige Kontrolle über das Vermögen des Schuldners: Er liquidiert Vermögenswerte zu bestmöglichen Bedingungen, verteilt die Erlöse nach der im TRLC festgelegten Rangfolge an die Gläubiger und verwaltet den Abschluss des Verfahrens.

Qualifikationsabschnitt

Der Verwalter spielt eine zentrale Rolle im Qualifikationsabschnitt (sección de calificación): Er erstellt einen Bericht darüber, ob die Insolvenz als schuldhaft oder als zufällig einzustufen ist. Bei schuldhafter Insolvenz unterstützt der Bericht des Verwalters die gerichtliche Feststellung und beeinflusst etwaige persönliche Haftungsanordnungen gegen Geschäftsführer.

Häufig gestellte Fragen

Wie wird der Insolvenzverwalter in Spanien bestellt?
Der Insolvenzverwalter wird vom Handelsgericht im Insolvenzeröffnungsbeschluss bestellt. Die Bestellung erfolgt aus einer Rotierliste registrierter Fachleute, die von den Berufsverbänden geführt und den Gerichtsregistern übermittelt wird. Bei besonderer Komplexität eines Falls kann der Richter eine spezifische Bestellung vornehmen.
Was ist die Hauptaufgabe des Insolvenzverwalters?
In der Gemeinsamen Phase erstellt der Verwalter den Insolvenzbericht, der die Aktivmasse (Inventar der Vermögenswerte und Rechte), die Passivmasse (Gläubigerliste mit Klassifizierung der Forderungen) sowie den Zustand der Buchführung des Schuldners ausweist. Er überwacht Verfügungshandlungen des Schuldners und kann Anfechtungsklagen erheben, um innerhalb der zweijährigen Verdachtsfrist vor der Insolvenzeröffnung übertragene Vermögenswerte zurückzuholen. In der Liquidationsphase übernimmt der Verwalter die vollständige Verwaltung der Insolvenzmasse.
Wie wird die Vergütung des Insolvenzverwalters berechnet?
Die Vergütung wird nach gerichtlich genehmigten Tarifen gemäß Königlichem Dekret 1860/2004 als Prozentsatz des Insolvenzmassewerts festgesetzt. In Mikrounternehmensverfahren ist die Vergütung deutlich niedriger. Die Vergütung des Verwalters gilt als Masseverbindlichkeit und wird vorrangig vor den Gläubigerforderungen beglichen.
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