Was ist Ransomware?
Ransomware ist Schadsoftware, die die Daten von Opfern verschlüsselt und für den Entschlüsselungsschlüssel eine Zahlung (typischerweise in Kryptowährung) verlangt. Moderne Varianten praktizieren Double Extortion: Neben der Datenverschlüsselung werden Daten exfiltriert und mit deren Veröffentlichung gedroht, wenn das Lösegeld nicht gezahlt wird. Einige Gruppen sind zur Triple Extortion übergegangen und ergänzen dies mit DDoS-Angriffen oder direktem Kontakt mit den Kunden des Opfers.
Häufige Angriffsvektoren
- Phishing und Spear-Phishing: Betrügerische E-Mails, die Mitarbeiter dazu verleiten, Schadsoftware herunterzuladen oder Zugangsdaten preiszugeben
- Schwachstellenausnutzung: Nicht gepatchte Software (VPNs, Webserver, öffentlich erreichbare Anwendungen)
- Kompromittierter Fernzugang: Gestohlene oder schwache RDP-Zugangsdaten
- Supply-Chain-Angriffe: Kompromittierung eines Softwarelieferanten, um Schadsoftware an dessen Kunden zu verteilen
Gesetzliche Meldepflichten
Ein Ransomware-Angriff in der EU löst mehrere gleichzeitige Meldepflichten aus:
- DSGVO: Meldung an die Aufsichtsbehörde (AEPD in Spanien) innerhalb von 72 Stunden, wenn personenbezogene Daten betroffen sind
- NIS2: Frühwarnung innerhalb von 24 Stunden und vollständige Meldung innerhalb von 72 Stunden an das zuständige CSIRT
- DORA: Für Finanzinstitute Meldung an den Finanzaufseher nach vorgegebenen Fristen
- Wertpapierrecht: Börsennotierte Unternehmen müssen wesentliche Cyber-Vorfälle möglicherweise offenlegen
Prävention und Reaktion
Eine wirksame Prävention kombiniert technische Maßnahmen (unveränderliche Backups, Netzwerksegmentierung, EDR, Multi-Faktor-Authentifizierung, regelmäßiges Patchen) mit organisatorischen Maßnahmen (Mitarbeiterschulungen, Phishing-Simulationen, getestete Incident-Response-Pläne). Die Entscheidung zur Lösegeldzahlung hat rechtliche, ethische und strategische Implikationen — einschließlich möglicher Sanktionsrechtsverletzungen —, die eine Fachberatung erfordern.