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Unternehmen im Jugendreformsektor müssen den SMI durch neue Lohnregelung garantieren

Die Generaldirektion für Arbeit hat die Resolution vom 30. Juli 2026 veröffentlicht, mit der die Änderung des V. staatlichen Kollektivvertrags für Jugendreform und den Schutz von Minderjährigen offiziell registriert und bekannt gemacht wurde (BOE-A-2026-17490). Diese Änderung, die durch die Aufnahme der sechsten Zusatzbestimmung (disposición adicional sexta) erfolgt, dient dazu, die Lohnstruktur im gesamten Sektor an die dynamische Entwicklung des spanischen Mindestlohns (Salario Mínimo Interprofesional, SMI) anzupassen und eine rechtliche Sicherheit für die Arbeitnehmer zu schaffen.

Was sich ändert

Die wesentliche Änderung betrifft die Berechnungsgrundlage für die Einhaltung des gesetzlichen Mindestlohns innerhalb des Sektors. Gemäß der neu eingeführten sechsten Zusatzbestimmung (disposición adicional sexta) des Kollektivvertrags ist das Unternehmen verpflichtet, sicherzustellen, dass die Summe aus dem Grundgehalt (salario base) und dem spezifischen Lohnzuschlag (complemento específico) für jede Stelle zu jedem Zeitpunkt nicht unter dem aktuell geltenden SMI fällt.

Ein entscheidender Punkt dieser Neuregelung ist die strikte Abgrenzung der Lohnbestandteile. Um die Integrität des Mindestlohns zu wahren, dürfen bestimmte Lohnkomponenten nicht zur Erreichung des SMI-Schwellenwerts herangezogen werden. Konkret schließt die Regelung folgende Zuschläge aus der Berechnung aus:

  • Zuschläge für Betriebszugehörigkeit (antigüedad),
  • Nachtarbeitszuschläge (nocturnidad),
  • Feiertagszuschläge (festividad).
Dies bedeutet, dass ein Arbeitnehmer, der lediglich durch diese Zuschläge über den SMI kommt, rechtlich gesehen immer noch einen Anspruch auf eine Erhöhung des Grundgehalts oder des spezifischen Zuschlags hat, falls die Summe dieser beiden Kernkomponenten unter dem SMI liegt. Die Anpassung muss also direkt in der Basisstruktur der Gehaltstabellen erfolgen.

Kontext

Diese Maßnahme ist eine Reaktion auf die Notwendigkeit, die Lohnentwicklung im Bereich der Jugendhilfe und des Minderheitenschutzes zu harmonisieren. In der Vergangenheit gab es Unklarheiten darüber, wie der SMI in Kollektivverträgen, die komplexe Zuschlagssysteme nutzen, korrekt abzubilden ist. Die Einbeziehung der sechsten Zusatzbestimmung stellt sicher, dass der Tarifvertrag (Convenio Colectivo) in Spanien nicht durch die Inflation oder staatliche Mindestlohnerhöhungen entwertet wird, indem Unternehmen versuchen, den SMI durch die bloße Auszahlung von Funktionszuschlägen (wie Nachtarbeit) zu „erfüllen“.

Die Verhandlung wurde zwischen den Arbeitgeberverbänden (AEFYME, AEEISSS, FEPJJ, APAES und HEBE) und den Gewerkschaften (insbesondere Federación de Enseñanza de CC.OO.) geführt, um eine automatische Anpassung der Gehaltstabellen zu gewährleisten, ohne dass bei jeder SMI-Erhöhung langwierige neue Verhandlungen über die Grundstruktur notwendig sind. Es handelt sich um eine proaktive Sicherung der Kaufkraft der Beschäftigten in diesem sensiblen sozialen Sektor.

An wen es sich richtet und wie

Die Auswirkungen dieser Resolution sind sektorspezifisch und betreffen verschiedene Akteure mit unterschiedlichen Pflichten:

  • Unternehmen des Jugendreform- und Minderheitenschutzsektors (KMU und Großunternehmen): Diese sind direkt von der Anpassungspflicht betroffen. Jede Erhöhung des SMI durch die spanische Regierung löst eine automatische Verpflichtung aus, die Gehaltstabellen so zu korrigieren, dass die Summe aus Grundgehalt und spezifischem Zuschlag den neuen Wert erreicht. Dies erfordert eine kontinuierliche Überwachung der Lohnbuchhaltung und der Gehaltsstrukturen.
  • Selbstständige (Autónomos): Professionelle, die im Bereich der Jugendhilfe oder des Minderheitenschutzes als Selbstständige tätig sind und unter diesen Kollektivvertrag fallen (sofern sie als Arbeitgeber von Personal agieren), müssen dieselben Compliance-Regeln beachten.
  • Arbeitnehmer im Sektor: Für die Beschäftigten bedeutet dies eine garantierte Lohnuntergrenze, die unabhängig von den variablen Zuschlägen (Nacht, Feiertage, Alter) ist. Sie gewinnen an finanzieller Planungssicherheit und Schutz vor einer schleichenden Entwertung ihrer Kerngehälter.

Was zu tun ist und wann

Da die Resolution die Aufnahme der sechsten Zusatzbestimmung in den offiziellen Register ordnet, tritt die Regelung mit der Veröffentlichung der Änderung in Kraft. Für die betroffenen Akteure ergeben sich folgende Handlungsschritte:

  • Überprüfung der aktuellen Gehaltsstruktur: Unternehmen müssen umgehend prüfen, ob die Summe aus Grundgehalt und spezifischem Zuschlag für alle Positionen den aktuellen SMI erreicht.
  • Anpassung der Gehaltstabellen: Sollte eine Diskrepanz festgestellt werden, müssen die Tabellen angepasst werden, bevor die nächste Gehaltsabrechnung erfolgt.
  • Überwachung der SMI-Entwicklungen: Da die Regelung „zu jedem Zeitpunkt“ (en cada momento) gilt, muss die Personalabteilung bei jeder staatlichen Bekanntmachung des SMI die Gehaltsstrukturen neu validieren.

Für eine detaillierte Analyse der Auswirkungen auf Ihre spezifische Gehaltsstruktur oder bei Fragen zur Umsetzung in Ihrer Lohnbuchhaltung empfehlen wir, die entsprechende Fachabteilung von BMC zu konsultieren, um eine rechtssichere Implementierung zu gewährleisten.

Haeufige Fragen

Welche Lohnbestandteile zählen zur Erreichung des SMI?
Nur das Grundgehalt (salario base) und der spezifische Lohnzuschlag (complemento específico) dürfen zur Erreichung des SMI herangezogen werden.
Darf ich Nachtarbeitszuschläge zur Erfüllung des Mindestlohns nutzen?
Nein, die sechste Zusatzbestimmung schließt Nachtarbeits-, Feiertags- und Betriebszugehörigkeitszuschläge explizit von der Berechnung des SMI aus.
Was passiert, wenn der SMI steigt?
Die Unternehmen sind verpflichtet, die Gehaltstabellen automatisch so anzupassen, dass die Summe aus Grundgehalt und spezifischem Zuschlag den neuen SMI-Wert erreicht.
Gilt diese Regelung für alle Unternehmen in Spanien?
Nein, sie gilt spezifisch für Unternehmen, die unter den V. staatlichen Kollektivvertrag für Jugendreform und den Schutz von Minderjährigen fallen.
Muss ich für jede SMI-Erhöhung einen neuen Vertrag schließen?
Nein, die Anpassung erfolgt aufgrund der im Kollektivvertrag verankerten sechsten Zusatzbestimmung automatisch über die Gehaltstabellen.
Wer hat diese Änderung ausgehandelt?
Die Änderung wurde im Rahmen der Verhandlungstisch-Sitzung vom 20. Juli 2026 zwischen den Arbeitgeberverbänden und den Gewerkschaften einstimmig beschlossen.
Technisches Datenblatt der Bestimmung
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