Zum Inhalt springen

Wirtschaftsprüfer müssen die Fortführungsprognosen nach neuen Standards bewerten

Das Institut für Rechnungslegung und Wirtschaftsprüfung (ICAC) hat die Resolution vom 16. Juli 2026 (BOE-A-2026-17276) veröffentlicht, mit der die neue technische Prüfungsnorm NIA-ES 570 (revidiert 2024) zur Bewertung der Fortführung eines Unternehmens (Going Concern) der öffentlichen Konsultation unterzogen wird. Diese Anpassung der internationalen Prüfungsstandards (ISA) an den spanischen Rechtsrahmen zielt darauf ab, die Zuverlässigkeit und Transparenz der Prüfung der Jahresabschluss (Cuentas Anuales) in Spanien signifikant zu erhöhen.

Was sich ändert

Die zentrale Neuerung liegt in der Verschärfung der Anforderungen an den Wirtschaftsprüfer, die Fähigkeit eines geprüften Unternehmens zu bewerten, seine Geschäftstätigkeit in absehbarer Zukunft fortzuführen. Die NIA-ES 570 (revidiert 2024) ersetzt die bisherige Fassung und führt präzisere Verfahren ein, um Unsicherheiten bezüglich der Fortführungsprognose zu identifizieren und zu kommunizieren.

Ein wesentlicher Aspekt der Resolution ist die notwendige Harmonisierung mit anderen Prüfungsnormen. Damit die neue Bewertung der Fortführung nicht isoliert betrachtet wird, wurden Anpassungen in den folgenden Normen vorgenommen:

  • NIA-ES 200: Anpassung der allgemeinen Ziele des unabhängigen Prüfers.
  • NIA-ES 210: Anpassung der Vereinbarungen über die Prüfungsbedingungen.
  • NIA-ES 220: Integration in das Qualitätsmanagement der Prüfung.
  • NIA-ES 230: Erhöhte Anforderungen an die Dokumentation der Fortführungseinschätzung.
  • NIA-ES 250: Berücksichtigung gesetzlicher Vorschriften im Kontext der Fortführung.
  • NIA-ES 260: Erweiterte Kommunikationspflichten gegenüber den verantwortlichen Stellen des Unternehmens.

Zudem wurde eine spezifische Änderung bezüglich der Berichterstattung über die Körperschaftsteuer eingeführt. Gemäß der Resolution muss der Prüfungsbericht nun einen separaten Abschnitt unter dem Titel „Bericht über andere gesetzliche und regulatorische Anforderungen“ enthalten, um die Einhaltung der Anforderungen des Artikels 5.1.g) des LAC (Ley de Auditoría de Cuentas) in der durch das Gesetz 28/2022 (Ley de Startups) geänderten Fassung zu gewährleisten. Dies betrifft insbesondere die Transparenz über die steuerliche Belastung und deren Auswirkungen auf die Liquidität.

Kontext

Die Anpassung der NIA-ES an die internationale NIA 570 (revidiert 2024) erfolgt auf Initiative des International Auditing and Assurance Standards Board (IAASB). Der Hintergrund ist ein wachsender Bedarf des Marktes und der Aufsichtsbehörden nach einer höheren Konsistenz in der Prüfung der Fortführungsprognosen. In Zeiten wirtschaftlicher Volatilität ist die Frage, ob ein Unternehmen seine Verbindlichkeiten fristgerecht bedienen kann, für Investoren und Gläubiger von entscheidender Bedeutung.

Bisherige Prüfungsverfahren wurden oft als zu oberflächlich kritisiert, wenn es darum ging, drohende Insolvenzen frühzeitig durch den Prüfungsbericht zu signalisieren. Durch die Einbettung der neuen NIA-ES 570 in das gesamte Gefüge der spanischen Prüfungsnormen wird sichergestellt, dass die Bewertung der Fortführung kein bloßer formaler Akt ist, sondern integraler Bestandteil der gesamten Gesetzliche Abschlussprüfung (Auditoría de Cuentas) in Spanien wird.

An wen es sich richtet und wie

Die Auswirkungen der neuen Norm lassen sich nach den betroffenen Gruppen differenzieren:

  • Großunternehmen und Unternehmen mit Prüfungspflicht: Diese Gruppe ist direkt betroffen, da sie die Objekte der neuen Prüfungsverfahren sind. Unternehmen müssen sicherstellen, dass ihre internen Prozesse zur Erstellung der Jahresabschlüsse so robust sind, dass sie den verschärften Fragen der Wirtschaftsprüfer zur Fortführungsprognose standhalten. Insbesondere die Dokumentation von Liquiditätsplänen und die Analyse von steuerlichen Verpflichtungen müssen präziser sein.
  • Wirtschaftsprüfungsgesellschaften: Für die Prüfungsfirmen bedeutet die Resolution einen erheblichen Anpassungsbedarf in der Methodik. Sie müssen ihre internen Qualitätskontrollen (gemäß NIA-ES 220) und ihre Dokumentationsstandards (gemäß NIA-ES 230) aktualisieren, um die Kohärenz mit der neuen NIA-ES 570 zu garantieren.
  • KMU und Selbstständige: Obwohl diese Gruppen in der Regel nicht selbst einer gesetzlichen Prüfung unterliegen, können sie indirekt betroffen sein, wenn sie als Zulieferer oder Partner von großen, geprüften Unternehmen agieren. Die strengeren Anforderungen an die Transparenz der Großunternehmen können zu einer genaueren Prüfung der finanziellen Stabilität ihrer gesamten Lieferkette führen.

Was zu tun ist und wann

Da es sich bei der Resolution vom 16. Juli 2026 (BOE-A-2026-17276) primär um die Unterlegung der neuen Norm zur öffentlichen Konsultation handelt, ist der Zeitplan wie folgt zu betrachten:

  • Phase der Konsultation: Die betroffenen Akteure (insbesondere Prüfungsverbände und Fachleute) sollten die Gelegenheit nutzen, um während des öffentlichen Informationsverfahrens Stellungnahmen abzugeben.
  • Implementierung in der Methodik: Wirtschaftsprüfungsgesellschaften sollten bereits jetzt die Anpassungen in ihren internen Prüfungssoftware-Systemen und Handbüchern vorbereiten, um den Übergang zur revidierten NIA-ES 570 reibungslos zu gestalten.
  • Vorbereitung der Unternehmen: Unternehmen, die im nächsten Prüfungszyklus eine Gesetzliche Abschlussprüfung durchlaufen, sollten ihre Finanzplanung und die Dokumentation der Fortführungsszenarien (Going Concern) proaktiv überprüfen.

Für eine detaillierte Analyse der Auswirkungen auf Ihre spezifische Unternehmensstruktur oder zur Vorbereitung auf die kommende Prüfungsperiode empfehlen wir eine Beratung durch die entsprechende Fachabteilung von BMC.

Haeufige Fragen

Was ist der Hauptzweck der neuen NIA-ES 570?
Der Hauptzweck ist die Stärkung der Zuverlässigkeit und Transparenz bei der Bewertung, ob ein Unternehmen seine Geschäftstätigkeit in absehbarer Zeit fortführen kann.
Betrifft diese Norm direkt die Buchhaltung von kleinen Unternehmen?
Nein, die Norm regelt die technische Arbeitsweise der Wirtschaftsprüfer. Sie beeinflusst jedoch indirekt die Anforderungen an die Dokumentation der Finanzlage in Unternehmen, die geprüft werden.
Warum müssen nun Informationen zur Körperschaftsteuer im Prüfungsbericht stehen?
Dies ist eine Anforderung des spanischen Rechts (Ley de Startups), um die Transparenz über steuerliche Faktoren zu erhöhen, die die Fortführung eines Unternehmens beeinflussen könnten.
Müssen Wirtschaftsprüfer ihre gesamte Methodik ändern?
Ja, die neue Norm erfordert Anpassungen in mehreren Bereichen, darunter die Dokumentation, das Qualitätsmanagement und die Kommunikation mit der Geschäftsführung.
Ist die neue Norm bereits in Kraft?
Die vorliegende Resolution dient der öffentlichen Konsultation der angepassten Norm, um die finale Implementierung vorzubereiten.
Welche Auswirkungen hat dies auf die Transparenz für Investoren?
Investoren erhalten durch die strengeren Prüfungsverfahren und die spezifischen Berichtsabschnitte eine verlässlichere Einschätzung des finanziellen Risikos eines Unternehmens.
Technisches Datenblatt der Bestimmung
Bestimmung im Detail ansehen →

BMC-Ressourcen

E-Mail
Kontakt