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Tankstellenbetreiber müssen neue Arbeitsbedingungen und Befristungsregeln beachten

Die Dirección General de Trabajo hat die Veröffentlichung des neuen staatlichen Tarifvertrags für Tankstellen (Convenio Colectivo Estatal de Estaciones de Servicio) im BOE (BOE-A-2026-21085) angeordnet. Dieser Vertrag, der von den Arbeitgeberverbänden CEEES und AEVECAR sowie den Gewerkschaften UGT-FICA und CC.OO. Industria ausgehandelt wurde, legt die verbindlichen Arbeitsbedingungen für den gesamten spanischen Sektor fest.

Was sich ändert

Der neue Tarifvertrag führt spezifische Regelungen ein, die die Flexibilität bei der Personaleinstellung einschränken und gleichzeitig den Schutz der Arbeitnehmer stärken. Die wesentlichen Änderungen betreffen die Art der Vertragsgestaltung und die Rekrutierungspraktiken:

  • Begrenzung der Befristung: Verträge, die aufgrund von Produktionsumständen geschlossen werden, unterliegen einer strikten zeitlichen Begrenzung. Gemäß Art. 10 darf die Dauer dieser Verträge maximal 12 Monate betragen.
  • Verbot der dauerhaften Befristung: Unternehmen sind verpflichtet, die dauerhafte Nutzung von befristeten Verträgen zu unterlassen, um Vakanzen zu besetzen, die durch Kündigungen entstanden sind. Eine Ausnahme bilden lediglich die im Estatuto de los Trabajadores geregelten Ausbildungsverträge (Art. 9).
  • Anforderungen an den Einstellungsprozess: Die Rekrutierung muss nach objektiven Kriterien erfolgen. Gemäß Art. 8 müssen Stellenangebote und Verträge in neutraler Sprache verfasst werden. Zudem ist es untersagt, Bewerbern persönliche Daten abzufragen, die nicht zwingend für den Abschluss des Arbeitsverhältnisses erforderlich sind. Ein besonderer Fokus liegt auf der Vermeidung von Stereotypen, insbesondere im Hinblick auf die LGTBI-Gemeinschaft (Art. 8).
  • Geltungsbereich der Tätigkeiten: Der Vertrag deckt nicht nur die Kraftstoffabgabe ab, sondern explizit auch alle komplementären Dienstleistungen wie Waschstraßen, Ölschmierung, Werkstätten sowie den Betrieb von Convenience-Shops oder Bars (Art. 3).

Kontext

Dieser Tarifvertrag tritt in Kraft, nachdem er gemäß den Bestimmungen des Artikels 90 des Estatuto de los Trabajadores (Real Decreto Legislativo 2/2015) registriert wurde. Er steht in direktem Zusammenhang mit dem Real Decreto 713/2010 über die Registrierung von Tarifverträgen. Durch die Veröffentlichung dieses neuen staatlichen Tarifvertrag (Convenio Colectivo) in Spanien wird ein einheitlicher Rechtsrahmen geschaffen, der die zuvor geltenden Regelungen für den gesamten nationalen Sektor der Tankstellenbetriebe ersetzt und harmonisiert. Damit wird sichergestellt, dass unabhängig vom Unternehmensvolumen dieselben Mindeststandards für die Beschäftigung gelten.

An wen er sich richtet und wie

Der Vertrag hat eine allgemeine Wirksamkeit und betrifft verschiedene Akteure im Sektor:

  • KMU (Pymes): Alle kleinen und mittleren Unternehmen, die Tankstellen oder ergänzende Dienstleistungen (Waschen, Verkauf von Waren) betreiben, müssen ihre Arbeitsverträge an die neuen Befristungsregeln anpassen (Art. 3).
  • Selbstständige (Autónomos): Betreiber von Tankstellen oder Verkaufsstellen, die als Einzelunternehmer agieren, sind vollumfänglich an die Bestimmungen des Vertrages gebunden, insbesondere hinsichtlich der Rekrutierung und der Vertragsdauer (Art. 3).
  • Großunternehmen: Unabhängig vom Umsatz müssen alle Unternehmen des Sektors die strengen Vorgaben zur Vermeidung von Diskriminierung in Auswahlprozessen und die Beschränkung der Befristung umsetzen (Art. 3 und Art. 8).

Was zu tun ist und wann

Da der Vertrag eine rückwirkende Geltung für den Zeitraum ab dem 1. Januar 2025 hat, sollten Unternehmen folgende Schritte prüfen:

  • Überprüfung der Vertragslaufzeiten: Stellen Sie sicher, dass Verträge, die unter "Produktionsumständen" geschlossen wurden, die 12-Monats-Grenze gemäß Art. 10 nicht überschreiten.
  • Anpassung der Rekrutierung: Überarbeiten Sie Ihre Stellenausschreibungen und Auswahlprozesse, um die Anforderungen an neutrale Sprache und den Datenschutz gemäß Art. 8 zu erfüllen.
  • Kontrolle der Vakanzbesetzung: Prüfen Sie, ob befristete Verträge zur Deckung von Kündigungsfällen genutzt werden, und stellen Sie diese auf unbefristete Verträge oder zulässige Ausbildungsverhältnisse um, um Verstößen gegen Art. 9 vorzubeugen.

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Haeufige Fragen

Für welchen Zeitraum gilt dieser neue Tarifvertrag?
Der Vertrag hat eine feste Laufzeit von drei Jahren, die vom 1. Januar 2025 bis zum 31. Dezember 2027 reicht (Art. 4).
Gilt der Vertrag auch für Tankstellen, die zusätzlich einen Shop oder eine Waschanlage betreiben?
Ja, der Vertrag umfasst ausdrücklich alle komplementären Aktivitäten wie Waschen, Ölschmierung, Shops und Bars (Art. 3).
Darf ich einen Mitarbeiter befristet einstellen, um eine Stelle nach einer Kündigung zu besetzen?
Nein, laut Art. 9 ist die dauerhafte Nutzung von befristeten Verträgen zur Besetzung von Stellen nach Kündigungen untersagt, es sei denn, es handelt sich um Ausbildungsverträge.
Wie lange darf ein Vertrag aufgrund von Produktionsumständen maximal laufen?
Gemäß Art. 10 ist die maximale Dauer für Verträge aufgrund von Produktionsumständen auf 12 Monate begrenzt.
Welche Anforderungen gibt es an die Datenerhebung bei Bewerbungen?
Unternehmen dürfen im Auswahlprozess nur die personenbezogenen Daten abfragen, die für den Abschluss des Arbeitsverhältnisses absolut notwendig sind (Art. 8).
Was passiert, wenn der Vertrag am 31. Dezember 2027 ausläuft?
Der Vertrag wird automatisch gekündigt. Innerhalb eines Monats muss eine neue Verhandlungsrunde einberufen werden (Art. 4).
Technisches Datenblatt der Bestimmung
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