Unternehmensbewertung bei Gesellschafterstreit: €22M in 8 Wochen | BMC
Unabhängige Bewertung eines spanischen SaaS-Unternehmens mit €22M Unternehmenswert zur Beilegung eines Gründerstreits ohne Rechtsstreit. Fallstudie von BMC.
Die Herausforderung
Spanisches Technologieunternehmen mit €18M wiederkehrendem Umsatz (SaaS) und drei Gründern. Einer von ihnen wollte nach 12 Jahren aussteigen, die anderen beiden waren sich über den fairen Preis uneinig. Die Spannungen drohten in einen Rechtsstreit zu münden, der den Betrieb gelähmt und die Beziehung zu Enterprise-Kunden beschädigt hätte.
Unser Ansatz
Die Herausforderung
Ein auf SaaS-Lösungen für den Logistiksektor spezialisiertes spanisches Technologieunternehmen hatte nach 12 Jahren organischen Wachstums 18 Millionen Euro wiederkehrenden Jahresumsatz erreicht. Das Unternehmen verfügte über mehr als 200 Enterprise-Kunden, ein Team von 85 Personen und EBITDA-Margen von 28 %.
Die Beziehung unter den drei Gründern hatte sich jedoch verschlechtert. Einer von ihnen, der für den Vertrieb zuständig war, hatte aufgrund strategischer Meinungsverschiedenheiten über die internationale Expansion entschieden auszusteigen. Die beiden anderen Gründer, die das Produkt und den Betrieb kontrollierten, waren der Ansicht, dass der vom ausscheidenden Gesellschafter vorgeschlagene Wert um mehr als 40 % überhöht sei.
Die Lage war kritisch: Ohne Einigung über den Preis hatte der ausscheidende Gesellschafter damit gedroht, ein gerichtliches Auflösungsverfahren einzuleiten. Ein solcher Rechtsstreit hätte den Betrieb möglicherweise jahrelang gelähmt, wichtige Kunden verschreckt und für alle Parteien Wert vernichtet.
Unser Ansatz
BMC wurde als von allen drei Parteien akzeptierter unabhängiger Bewerter bestellt. Wir strukturierten die Arbeit in drei Phasen, die darauf ausgelegt waren, in möglichst kurzer Zeit ein rigoroses Ergebnis zu liefern.
Die erste Phase bestand in einer beschleunigten Finanzprüfung der letzten fünf Geschäftsjahre, mit besonderem Augenmerk auf die Qualität der wiederkehrenden Einnahmen, die Churn-Raten, die Kundenakquisitionskosten und die Unit Economics der SaaS-Plattform. Wir stellten fest, dass 15 % des Umsatzes aus nicht wiederkehrenden Implementierungsprojekten stammten, was eine Anpassung der Bewertungsbasis erforderte.
Die Bewertung wurde mittels dreier konvergierender Methoden durchgeführt: DCF mit 5-Jahres-Projektionen auf Basis historischer Wachstumsraten und europäischer SaaS-Sektorbenchmarks, ARR-Multiples aus einer Stichprobe von 23 Vergleichstransaktionen im europäischen B2B-Softwarebereich sowie eine Analyse des Liquiditätsabschlags und der Kontrollprämie, da es sich um eine signifikante Minderheitsbeteiligung handelte.
In der dritten Phase präsentierten wir den Bericht den drei Parteien in einer gemeinsamen Sitzung und erläuterten jede Annahme und jede Anpassung. Die methodische Transparenz war entscheidend dafür, dass die Parteien das Ergebnis als ausgewogen wahrnahmen.
Ergebnisse
Der Bewertungsbericht ermittelte einen Unternehmenswert von 22 Millionen Euro, entsprechend 5,8x bereinigtem ARR. Der Wert des 33-%-Anteils des ausscheidenden Gesellschafters wurde auf 7,2 Millionen Euro festgesetzt, nach Anwendung eines Liquiditätsabschlags von 2 % und einer Anpassung für die Nettoverschuldung.
Alle drei Parteien akzeptierten die Bewertung als Verhandlungsgrundlage. Die abschließende Einigung wurde in vier weiteren Wochen erzielt, einschließlich eines dreijährigen Wettbewerbsverbots, eines an die Kundenbindung des ausscheidenden Gesellschafters über 12 Monate gebundenen Earn-outs sowie eines gestaffelten Zahlungsplans.
Die Gesamtkosten des Bewertungs- und Verhandlungsverfahrens lagen unter 80.000 Euro, gegenüber geschätzten Rechtsstreitkosten von über 1,5 Millionen Euro und einer gerichtlichen Lösungsdauer von zwei bis vier Jahren.
Ergebnisse
Unabhängige Bewertung in 8 Wochen geliefert, die beide Seiten als Verhandlungsgrundlage akzeptierten. Ausstiegspreis von €7,2M für den 33-%-Anteil des ausscheidenden Gesellschafters vereinbart. Transaktion ohne Rechtsstreit abgeschlossen, mit Wettbewerbsverbot und geordneter Übertragung des Kundenportfolios.
Mandantenreferenz
Der BMC-Bericht war der Wendepunkt. Alle drei wussten, dass die Zahl fair war, weil die Methodik einwandfrei war und kein externer Berater die Zahlen beanstanden konnte.
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